CHRONIK DES ASV GIFHORN

 

DIE 30er JAHRE

Ganz genau erinnert sich keiner mehr, wer den Anstoß zur Vereinsgründung gegeben hat. Geangelt wurde in den Gewässern in u. um Gifhorn schon immer, doch waren sie in Privathand oder gehörten dem ASV Braunschweig.

Die Fischereirechte in der Oberaller, unserer heutigen Strecke, teilten sich damals die Gifhorner Zukalsky, Helms und Scheuring. Ise und Unteraller wurden vom Braunschweiger Verein befischt.

So war dann für einige angelbegeisterte Sportfreunde 1932 der Zeitpunkt gekommen, einen eigenen Verein zu gründen. Achtzehn Freunde trafen sich im Sommer 1932 in der Gaststätte Broders und formierten sich zum "Angler-Sportverein für Gifhorn und Umgebung". 

Erst 1933, als weitere Angler dazugekommen waren, und mit dem ASV Braunschweig Einigung über das Befischen von Ise und Unteraller erzielt werden konnte, wurde der rechtliche Gründungsschritt vollzogen. Heinrich Schlüter war der erste Vorsitzende in unserer Vereinsgeschichte. Sein Nachfolger wurde noch vor dem Krieg Franz Zukalsky sen., der später von Albert Müller abgelöst wurde.

Was gibt es über die Jahre bis 1945 zu berichten?

Nun, über Fangergebnisse**), Fischbesatz*) und Gewässer liegen keinerlei Aufzeichnungen vor. Wer Mitglied im Verein werden wollte, musste 3,50 Mark Eintrittsgeld bezahlen. Beiträge wurden seinerzeit noch monatlich erhoben (1,25 Mark) und in bar vom Kassierer persönlich abgeholt.

1935 zählte der Verein bereits 55 Mitglieder. Das Mitgliedsbuch legt Dokument über die politische Entwicklung dieser Jahre ab: eine Spalte "Militär & Arbeitsdienst" ist ausgewiesen. Auch "schwarze Schafe" gab es bereits in den Gründerjahren - 1935 wurde das erste Mitglied ausgewiesen.

Im Jahr 1938 endet das erste Mitgliedsbuch des Vereins, der auf 69 Personen angewachsen war. Der Beitrag betrug unverändert 1,25 Mark im Monat, allerdings hatte sich die Eintrittsgebühr auf 5,- Mark erhöht. Noch eine Besonderheit aus den alten Aufzeichnungen: Die "Restanten". Nicht etwa Fischereisünder hinter Gitter waren damit gemeint, sondern säumige Zahler, mit denen selbst unsere Vorfahren schon zu kämpfen hatten.

 

*) Die Aller-Zeitung schreibt am 5. Mai 1934: 10 000 Aale setzt der hiesige Angelsportverein in seine Vereinsgewässer zur Hebung der heimischen Fischzucht aus.

 

**) Die Aller-Zeitung vom 4. März 1937 belegt allerdings eine Fangstatistik für das Jahr 1936 (Näheres unter "AZ" 1937). Danach wurden - wenn auch weniger als in den Vorjahren - gefangen:

120 Pfd. Brassen, 90 Pfd. Hechte, 63 Pfd. Rotaugen, 55 Pfd. Aland, 47 Pfd. Aale, 45 Pfd. Barsch, 32 Pfd. Karpfen, 24 Pfd. Schleie und 12 Pfd. Quappen.

 

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