CHRONIK DES ASV GIFHORN

    

DIE 90er JAHRE

Von 1987 bis 1994 wurden die Vereinsgeschäfte von Günter Krüger geleitet.

Seit Mai 1994 fungiert Eckhard Niemeyer als 1. Vorsitzender des Angler-Sportverein Gifhorn e.V.

Im Jahre 1996 erfolgte dann der Umbau der Vereinsteiche. Aus vier kleinen Teichen wurde ein großzügiges Gewässer geschaffen. Im gleichen Jahr ging ein großer Wunsch in Erfüllung, die Vereinshütte wurde an das Strom- und Wassernetz angeschlossen. Vorbei war die Zeit mit Stromerzeuger und die "Wasserschlepperei".

1997 wurde der ASV Gifhorn mit dem Umweltschutzpreis der Stadt Gifhorn ausgezeichnet. 1998 wurde der Waldsee, ein seit 1969 gepachtetes und vom ASV Gifhorn gepflegtes Gewässer, von der Stadt Gifhorn käuflich erworben. In diesem Jahr verstarb auch unser ehemaliger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender Walter Sturm.

Der Angler-Sportverein zählt mittlerweile über 800 Mitglieder, der Haushaltsetat beträgt über 120.000 DM (nun etwa 60.000 €uro). Damit gehört der Angler-Sportverein Gifhorn e.V. zu einem der größten Vereine in der Stadt Gifhorn.

 

STROM UND WASSER SIND DA

Es war schon bei Baubeginn der Hütte im Jahre 1984 Wunsch der Erbauer, hier einmal fließend Wasser und Strom zu haben. Jeder Liter Wasser, der an der Hütte gebraucht wurde, musste in Kanistern zur Hütte transportiert werden. Viele Liter auch mit dem Fahrrad (Fritz Boese hatte kein Auto!); Strom wurde mit dem Aggregat "Moppel" erzeugt. Unvergessen die Stunden, wenn das Benzin im Tank zur Neige ging u. ein "Freiwilliger" in dunkler Nacht den Tank auffüllen musste. Hier gäbe es einige schöne Dinge zu berichten, die jedoch aus "Datenschutzgründen" nicht verraten werden!

Im Frühjahr '96 war es dann soweit - alle Voraussetzungen für den Gewässerumbau und die Energieversorgung waren geschaffen. Das Wetter spielte mit - ein ganz kalter Winter stand uns Pate - sonst wären die schweren Maschinen möglicherweise im Morast versunken. Die Bagger und Radlader nahmen ihre Arbeit auf. Der Vorstand und auch die Mitglieder kamen aus dem Staunen nicht heraus. Nun konnte man erkennen, welche Erdmassen tatsächlich bewegt wurden. Der gesamte Parkplatz glich einer Mondlandschaft - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Arbeiten gingen wider Erwarten schnell voran. Bereits nach 14 Tagen waren klare Strukturen erkennbar - ein neues Gewässer war für den ASV Gifhorn geboren. Im Sommer 1996 wurden Strom- und Wasseranschluss gelegt. Die Bahn verzögerte die Anschlüsse, da die Versorgungsleitungen unter den Bahnschienen verlegt werden mussten (Flotex)!

Am 8. August 1996 gegen 11.00 Uhr war es dann soweit - Wasser war bereits vorhanden - Strom war angeschlossen. Ein schönes Geräusch, wenn im Hochsommer der Kühlschrank läuft. Kalte Getränke waren nun immer erhältlich. "Früher", so sagte man schon nach einigen Tagen, "wurde Eis von Schlachter Müller geholt, um Getränke zu kühlen" - meistens mit dem Fahrrad! Heute sind alle Mitglieder stolz über diese "Errungenschaften", die mittlerweile zum normalen Alltag gehören - wie schnell doch die Zeit vergeht. (Eckhard Niemeyer, Vorsitzender)

 

UMWELTSCHUTZPREIS 1997

Wer so naturverbunden ist, wie die Angler, wer tagtäglich Veränderungen, Verschmutzungen oder Beeinträchtigungen an seinem geliebten Angelgewässer miterleben muss, hat ein besonderes Verhältnis zur Natur, zum Gewässer. Schon frühzeitig haben die Gifhorner Angler begonnen, ihren Teil zur Erhaltung von Umwelt und Natur beizutragen.

Bereits im Jahr 1946 berichtet das Protokollbuch über Reinigungsarbeiten an der Mägderiede, die zu verkrauten drohte. Auch wurden schon im ersten Nachkriegsjahr Gewässerwarte und Fischereiaufseher eingesetzt, zu deren Aufgaben auch die Kontrolle der äußeren Bedingungen der Gewässer gehörte. In den ersten Jahren nutzte der Verein ein eigenes Boot, um auch schlecht erreichbare Gewässerstrecken zu säubern. Und das heißt auch heute noch: angeschwemmten Unrat zu beseitigen, weggeworfenen "Wohlstandsmüll" einzusammeln!

Zur Pflicht hat der Verein allen Mitgliedern vorbeugende Maßnahmen gemacht. So regelt Abschnitt IV der Gewässerordnung mit den §§ 33 - 41 ausdrücklich Maßnahmen zum Fischerei-, Ufer - und Landschaftsschutz.

 

DER BRÜCKENBAU AUF DEM VEREINSGELÄNDE

Die neuen Vereinsteiche waren im Frühjahr '96 fertiggestellt. Ein Beangeln des neuen Gewässers war noch nicht möglich, da erst ein Uferbewuchs und somit eine Festigkeit der Uferzone gegeben war. Am 1. April 98 war es dann endlich soweit, das neue Gewässer konnte seiner Bestimmung übergeben werden.

Bereits auf der JHV 1998 wurde entschieden, das neu entstandene Gewässer mit dem vorhandenen Angelteich zu verbinden. Ein Rohr hätte diese Funktion wohl auch erfüllt, jedoch würde eine offene Verbindung von den Fischen besser angenommen, so der JHV-Beschluss.

Dietrich Holtz stellte sich freiwillig zur Verfügung, um diesen Beschluss in die Tat umzusetzen. Die fachliche Unterstützung erhielt er vom Vereinsmitglied Günter Alisch, der ja bekanntlich Wasserbau-Ingenieur ist und somit die Bauzeichnung für den Bauantrag entwarf. Damit alles rechtens war, wurde das Bauvorhaben bei der "Unteren Naturschutzbehörde" des Landkreises Gifhorn zur Genehmigung eingereicht.

Im August '98 war es dann soweit, Gerät und Material standen zur Verfügung, die Baugenehmigung war erteilt - der Bau konnte beginnen. Walter Eggers, Wolfgang Grasshoff, Detlef Germer, Lothar Holtz, Horst Papenfuß, Uwe Werner und Fritz Boese waren sofort mit dabei und halfen, das Bauvorhaben unter der Regie von Dietrich Holtz zu realisieren.

Bereits nach wenigen Tagen war das Fundament errichtet und der Durchstich vollzogen; die Brücke stand bereits in voller Größe. Durch das Verlegen von Grassoden war nicht mehr zu erkennen, das hier vor einigen Tagen noch der Bagger im Erdreich "geknabbert" hatte. Herzlichen Dank nochmals an die Helfer, die eine wirklich schöne Holzbrücke errichtet haben, die sich harmonisch in die Umgebung des ASV-Vereinsgeländes einfügt.

Hinter vorgehaltener Hand wird die Brücke auch "Seufzerbrücke" genannt. Ob es an den schweren Fängen liegt, die von den Anglern nach Haus getragen werden, oder aber an den "nicht gefangenen Fischen," ist leider nicht bekannt. Es hat eben alles einen tieferen Sinn, so der Verfasser dieses Artikels.

 

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