Massive Hilfe für bedrohte Aalbestände

Bereits vor 17 Jahren, als der Aal zum „Fisch des Jahres 1995“ gewählt wurde, machten die Sportangler auf die starke Gefährdung dieses geschätzten Speisefisches aufmerksam. Doch leider hat sich nur wenig getan – noch immer wird der kaum fingerlange Jungaal – auch Glasaal genannt, da er in diesem Stadium fasst durchsichtig ist – in etlichen westlichen Nachbarländern wie Portugal, Spanien oder Frankreich als Delikatesse verzehrt. Eine gesetzliche Mindestlänge wie bei uns für im Meer gefangene Aale gibt es in diesen Ländern nicht. Auch werden unverändert erhebliche Mengen Glasaale zum Verzehr nach Asien verkauft. Am schlimmsten aber ist die Tatsache, daß der laichfähige Aal bei seiner Wanderung von den Flüssen in den Atlantik – hier laicht der Aal im Saragossameer- durch viele Wasserkraft-Anlagen am Abstieg gehindert wird.

Eine weitere Bedrohung für den Aal ist das starke Aufkommen von Kormoranen, die den Aal besonders bevorzugen und zu seiner Dezimierung erheblich beitragen.

Die Politik hat die nachhaltige Bedrohung der Aalbestände erkannt und im Jahre 2009 den Aal auf die rote Liste „vom Aussterben bedrohte Tierart“ gesetzt. Damit darf der Aal nur noch kontrolliert gehandelt werden, über Fang und Verkauf müssen Nachweise geführt werden.

Seit 2011 gibt es nun auch ein Aal-Förderprogramm seitens der EU und dem Land Nieder-sachsen, um dem negativen Trend des Aalbestandes entgegenzuwirken. So wird der Besatz von Jungaalen mit 60% der Gesamtkosten bezuschußt. In Niedersachsen organisiert der Landessportfischer-Verband diese Maßnahmen – so auch vergangenen Donnerstag am Gifhorner Mühlenmuseum.

Ein LKW der Aalversandstelle Hamburg brachte für die Gewässer im Raum Gifhorn 85 kg Jungaale, das einer Stückzahl von 8500 Aalen mit ca. 10 cm Länge entspricht. Entgegengenommen und auf die Gewässer verteilt wurden die Fische von Thorsten Wieck für den ASV Gifhorn und Kerstin Fritsche für die 7 Vereine der Interessengemeinschaft Ise. Etliche Angler waren dafür zum Mühlenmuseum beordert worden, um mit Bottichen und Eimern den Aalnachwuchs in Aller, Ise, Kleine Aller, Aller-Kanal und Mühlensee einzubringen. Viel Laufarbeit war damit verbunden, denn die Aale mußten auf die Gewässerstrecken verteilt werden, und das sind viele Kilometer Wasserstrecke.

Die Kosten für diese Besatzmaßnahme der letzten Woche belaufen sich auf ca. 4000 Euro, wobei der ehrenamtliche Arbeitseinsatz der Angler nicht mitgerechnet ist. Insgesamt hat das Land Niedersachsen ein Aal-Förderprogramm in Höhe von 500.000 € geplant.

„Hoffen wir“, so Thorsten Wieck vom ASV Gifhorn bei der abendlichen Abschlußbesprechung an der Vereinshütte, „daß möglichst viele Aale überleben und den Weg ins Saragossameer finden werden. Wir als Angler helfen dabei gern und werden auch in den nächsten Jahren weiterhin Aalbesatz tätigen!“

 

Karl-Heinz Gose

-Vorsitzender-

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