Kampf gegen die Plage am Mittellandkanal

Zu einer Hegemaßnahme war die Jugendgruppe des ASV Gifhorn am Sonntag den 27.09.2015 unterwegs. In der strahlenden Spätherbstsonne bei angenehmen Temperaturen fingen die Jugendlichen und Betreuer am Mittellandkanal Fisch auf Fisch. Reinwerfen, rausholen, teilweise auf Sicht, manchmal erreichten die Maden nicht mal die eingestellte Wassertiefe und schon war wieder einer dran. Davon träumt man oft, wenn es mal wieder ein Fisch- aber kein Fangtag war, an dem man sich auf den Weg gemacht hatte.

Aber was war das für ein Tier, dass da in Schwärmen das Ufer säumte und vor 2 Jahren noch nicht da war? Schwarzmundgrundeln, ein Einwanderer aus dem Scharzen- und Kaspischen Meer, der über die Ballasttanks der Binnenschiffe in unsere Gewässer gelangt, sich dort ausbreitet und wie wild vermehrt. Die Weibchen können von April bis September alle drei bis vier Wochen zwischen 300 und 1000 Eier legen. Fischer in der Mosel sehen die lokalen, einheimischen Friedfischbestände bedroht. Auch von unserem Team wurden kaum andere Fischarten gefangen, aber über 460 Schwarzmundgrundeln an einem Nachmittag mit sieben Anglern.

 

Die Raubfischbestände in anderen betroffenen Flüssen oder Brakwassergebieten sollen sich im Gegenzug durch das Nahrungsüberangebot sehr gut entwickelt haben. Tim und ich haben es am Mittellandkanal mit der Spinnrute versucht – ohne Erfolg. Für die Jugendlichen klang der Tag im Vereinsheim im Liliensumpf aus, mit Bratfisch. „Die Grundel schmeckt ein bissschen wie Barsch,“ meint Jugendwart Wolfgang Adena, „auf jeden Fall hatten wir eine Menge Spass und haben durch die fachgerechte Entnahme der Grundeln einen kleinen Beitrag zum Erhalt des Lebensraums für unsere heimischen Friedfische geleistet.“

 

Bernd Heise


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